Unser Rotwild

Der Rothirsch ist in Mitteleuropa eines der größten freilebenden Wildtiere. Heute kommt er fast nur noch in Waldbiotopen vor und konzentriert sich dort auf Waldbereiche, in denen er möglichst wenig Kontakt mit Menschen hat. Die in Deutschland vorhandenen Rückzugsräume ziehen sich  punktuell und inselartig über das ganze Land.

Ursprünglich war das Rotwild in jüngerer Geschichte ein Bewohner offener und halboffener Landschaften und hat im Jahresverlauf ausgedehnte Wanderungen zwischen Sommer- und Wintereinständen unternommen. Das war sowohl für einen ausgewogenen Nahrungserwerb wie auch für den Genaustausch sehr wichtig. Die Zurückdrängung durch den Menschen und Reduzierung seiner Lebensräume führt zwangsläufig zu Konflikten zwischen Wildarten und Mensch, denn Wildschäden in Land- und Forstwirtschaft werden in einer stark ökonomisch orientierten Gesellschaft immer weniger toleriert.

Im Jagdjahr 2015/2016 wurden in Deutschland fast 80.000 Stück Rotwild erlegt. Der größte Streckenanteil fällt mit über 10.200 Stück auf das Land Brandenburg gefolgt von Mecklenburg Vorpommern mit fast 8.000 Stück. Die Streckenentwicklung ist in den letzten 10 Jahren in Deutschland um 25 % gestiegen. Dabei ist das Durchschnittsgewicht geschossener zehnjähriger Hirsche mit 168 kg in Brandenburg besonders hoch. Während der Brunft verliert ein Hirsch dann in den 4 – 6 Wochen bis zu 25 % seines Körpergewichtes.

Die dichte Besiedlung, die Zerschneidung seiner Lebensräume durch Straßen, Autobahnen und Eisenbahntrassen sowie das Vordringen des Menschen in seiner Freizeit in entlegene Naturbereiche und die Zunahme touristischer Aktivitäten haben das Rotwild zu einer sehr heimlichen, überwiegend nachtaktiven Wildart werden lassen. Menschliche Witterung kann ein Rothirsch bei günstigem Wind auf einige hundert Meter wahrnehmen. Insofern sind Fotos insbesondere bei Tageslicht nur selten möglich. Anbei einige interessante „Schnappschüsse“ einer Wildkamera.

Weidmannsheil Wolfgang Gielisch    

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